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Fortbildung „Politische Bildung als Erlebnis? Die Potenziale erlebnispädagogischer Ansätze für die politische Jugendbildung“

03. – 04.05.2018 in der Jugendherberge Bremen

„Puh, jetzt haben wir die ganz schön lange mit Inhalten vollgestopft. Hast Du nicht noch irgendein Spiel zur Auflockerung im Kopf?“

Erlebnispädagogische Elemente und Spiele sind immer wieder Teil der politischen Jugendbildung. Trotzdem bleibt es oft dabei, dass sie nur zur Auflockerung eingesetzt werden. Wir wollen uns gemeinsam fragen, ob wir dabei nicht mögliche Potenziale dieser Ansätze für die politische Bildung übersehen. Dazu werden wir verschiedene erlebnispädagogische Methoden ausprobieren, die sich ohne großes Equipment umsetzen lassen und somit in vielen Kontexten genutzt werden können.

Flucht im Lebenslauf: Anne Frank Zentrum stellt Lernmaterial online

Das Anne Frank Zentrum hat spannende neue Materialien zum Thema Flucht für das biografische Lernen mit Jugendlichen online gestellt.Im Mittelpunkt des Lernmaterials »Flucht im Lebenslauf« stehen die Lebensgeschichten dreier geflüchteter Menschen: Anne Frank aus Deutschland, Hava aus dem Kosovo und Marah aus Syrien. Filmclips und Biografietexte stellen Jugendlichen die drei jungen Frauen vor und zeigen die Komplexität von Flucht und Ankommen in einem neuen Lebensumfeld auf.
Mit Hilfe von Methoden-Bausteinen können sich Jugendliche vertiefend mit historischen Kontinuitäten von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung beschäftigen und werden bestärkt, eigene Handlungsspielräume zu nutzen. Zudem schafft das Lerntool Raum für Selbstreflexion und den (familien-) biografischen Austausch.
»Flucht im Lebenslauf« eignet sich für den Einsatz im Unterricht sowie für außerschulische Kontexte.

bpb-Mediathek bietet große Auswahl an thematischen Filmen für die politische Bildungsarbeit

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet auf ihrer Internetseite neben vielen für die politische Bildungsarbeit interessanten Dossiers und Artikeln zu Themen aus Geschichte, Politik und Gesellschaft auch eine umfangreiche Mediathek. Bei den Filmen handelt es sich sowohl um Eigenproduktionen der bpb als auch um Filme, die für Kino oder Fernsehen produziert wurden: Dokumentarfilme, Reportagen, Erklärvideos, Kurzfilme, Methodenfilme und Spielfilme.

NSU-Watch: »Aufklären und Einmischen«!

Die rassistische Mordserie des »Nationalsozia­listischen Untergrunds« (NSU) markiert eine Zäsur in der bundesrepublikanischen Ge­schichte. Die Taten des NSU, sein Netzwerk und die Rolle der Behörden sind noch lange nicht aufgeklärt. In der aktuellen Phase des Strafprozesses am Oberlandesgericht in München plädieren die Anwält_innen der Nebenklage, kommen Opfer und Angehörige zu Wort. Dabei werden viele Details und Aspekte des NSU-Komplexes kritisch beleuchtet, institutioneller Rassismus thematisiert und auch der mangelnde Aufklärungswille bzw. Vertuschungspraktiken staatlicher Stellen aufgezeigt.

Das Scheitern der Koalitionsverhandlungen als Chance? (Kommentar)

 Das Scheitern der Koalitionsverhandlungen bietet der Bundesrepublik eine einmalige Chance, den demokratischen Wettbewerb neu zu beleben. Wie in einem präsidialen Regierungssystem müssten themenorientierte Mehrheiten gesucht werden, die auf Einbezug der Abgeordneten in den Diskussionsprozess setzen. Nach der Basta-Ära von Gerhard Schröder und der ruhigen Hand von Angela Merkel  würde Bewegung in die Politik kommen. Spannend zu sehen, dass das, was afrikanischen Ländern zugeschrieben wird, auch in der Mitte Europa vorkommen kann – ein bisschen Chaos.

Das weitere Verfahren hängt jetzt am Bundespräsidenten, der einerseits sein Amt aufwertet, andererseits die kleinen Lösungen vor einer eventuellen Neuwahl auslotet. Gesetzesgrundlage hierfür ist:

Artikel 63 Wahl und Ernennung des Bundeskanzlers

(1) Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt.

(2) Gewählt ist, wer die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich vereinigt. Der Gewählte ist vom Bundespräsidenten zu ernennen.

(3) Wird der Vorgeschlagene nicht gewählt, so kann der Bundestag binnen vierzehn Tagen nach dem Wahlgange mit mehr als der Hälfte seiner Mitglieder einen Bundeskanzler wählen.

(4) Kommt eine Wahl innerhalb dieser Frist nicht zustande, so findet unverzüglich ein neuer Wahlgang statt, in dem gewählt ist, wer die meisten Stimmen erhält. Vereinigt der Gewählte die Stimmen der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages auf sich, so muss der Bundespräsident ihn binnen sieben Tagen nach der Wahl ernennen. Erreicht der Gewählte diese Mehrheit nicht, so hat der Bundespräsident binnen sieben Tagen entweder ihn zu ernennen oder den Bundestag aufzulösen. Weitere Informationen gibt es hier

Chancengleichheit? Nicht wirklich… - Videoclips zu (Anti-)-Diskriminierung im Arbeitskontext

Auch im Arbeitskontext spielt das Thema Diskriminierung eine große Rolle – ob beim Zugang zu Ausbildung und Arbeit oder im Arbeitsleben. Als Beispiel kann die Studie „Diskriminierung am Ausbildungsmarkt. Ausmaß, Ursachen und Handlungsperspektiven“  des Sachverständigenrates für Integration und Migration angeführt werden. Sie haben in einem Feldversuch heraus gefunden, dass Bewerber mit türkisch klingenden Namen fast doppelt so viele Bewerbung wie Bewerber mit deutsch klingendem Namen schreiben müssen, um zu einem Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz als  KFZ-Mechatroniker eingeladen zu werden.

Diese und weitere Diskriminierungen werden in dem Youtube-Clip „Chancengleichheit in Ausbildung und Job!?“www.youtube.com/watch?v=xn-iYq0b9zY thematisiert, der beim Einstieg in das Thema hilfreich sein kann. Außerdem lädt er dazu ein, sich darüber auszutauschen, welche Kriterien bei der Auswahl von Bewerber_innen herangezogen werden sollten. Sind es tatsächlich – wie im Film gefordert – die Noten, Pünktlichkeit und Ordnung? Können auch diese Kriterien zu Diskriminierung bestimmter Gruppen führen? Sind sie eigentlich objektiv? Und welche würden die Teilnehmer_innen anlegen, wenn sie selbst entscheiden könnten? Im Clip wird darüber hinaus mit stereotypen Bildern über das Deutsch sein gearbeitet – auch hieran kann in Seminaren gut angeknüpft werden.

Der Clip „Erklärfilm zu Innerbetrieblichen Beschwerdestellen nach AGG in 150 Sekunden“ widmet sich den innerbetrieblichen Beschwerdestellen. Laut dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das viele Formen von Diskriminierung verbietet, muss jeder Betrieb und jedes Unternehmen solch eine Stelle einrichten – leider ist dies in der Praxis nur wenig verbreitet. Im Clip werden Beispiele von Diskriminierung in der Arbeitswelt thematisiert und das Modell der innerbetrieblichen Beschwerdestellen vorgestellt. Im Seminar kann der Film genutzt werden, um über Diskriminierung im Arbeitsleben ins Gespräch zu kommen und die Teilnehmer_innen anzuregen, Beispiele aus ihrem eigenen Erleben einzubringen. Darüber hinaus bietet sich ein Blick in das Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) an. Gefragt werden kann, welche Chancen in diesem Antidiskriminierungsgesetz liegen, welche Lücken bestehen und vieles mehr. Auch die Frage, inwiefern der Betrieb ein politischer Ort bzw. ein Ort politischen Handelns ist, kann aufgeworfen werden.

Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort!

Politische Bildungsarbeit im Themenfeld geschlechtliche und sexuelle Vielfalt hat einerseits eine längere Geschichte, andererseits aufgrund antifeministischer Interventionen rechter Akteur_innen auch eine aktuelle Brisanz. Vor diesem Hintergrund erscheinen Projekte, die Bildungseinrichtungen und Pädagog_innen Unterstützung für emanzipatorische Arbeit und Entwicklungen bereitstellen von besonderer Bedeutung.

Das Modellprojekt Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt – Stärkung der Handlungsfähigkeit vor Ort! des Berliner Trägers Dissens e.V. unterstützt die inklusive Weiterentwicklung pädagogischer Institutionenkulturen (Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen etc.) in Richtung Akzeptanz geschlechtlicher, amouröser und sexueller Vielfalt und des Abbaus von Diskriminierung. Auf der Homepage haben die Projektmitarbeiter_innen nun einen Erklärfilm zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt „Selbstbestimmt leben und lieben!“ veröffentlicht. Außerdem finden sich hier eine Vielzahl von gut ausgearbeiteten Methoden sowie ein Glossar zum Download.

www.interventionen.dissens.de

Die Arbeit am Allgemeinen als Zukunftsaufgabe

Dass die Politik immer stärker polarsiert ist für den Soziologen Andreas Reckwitz keine Überraschung. In seinem neuen Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“ geht er der Frage nach, warum die Menschen heute „Paradiesvögel um jeden Preis“ sein wollen.

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